Ein Paradies mit viel Sonne und seinen Schattenseiten

31Mai2016

Im April gab es nach dem Besuch des us-amerikanischen Botschafters James W. Brewster und seines Ehemannes in einer dominikanischen Schule heftige Kritik daran und die Forderung ihn seines Amtes zu entheben. Seit dem Jahre 2013 arbeitet und lebt Brewster bereits mit seinem Ehemann  in der Dominikanischen Republik. Das nachfolgende Bild hat die hitzigen Debatten und Diskussionen eroeffnet.

Besuch des us-Botschafters mit seinem Mann in einer dominikanischen Schule

Mich haben die Reaktionen hier einerseits ziemlich erschreckt, da hauptsaechlich abwertend ueber den Besuch im Spezifischen und Homosexualitaet im Allgemeinen gesprochen wurde. Andererseits setzte dies auch ein Zeichen und ein Anstoss sich dieses Problems der Homophobie anzunehmen. Auch bei mir zu Hause in der WG haben wir darueber diskutiert und haben mit einheitlicher Haltung dazu den Wert der Gleichberechtigung verteidigt.

Für weitere Aufregungen sorgten die Wahlen am 15. Mai. Schon Monate im voraus waren an jeder Straßenecke und noch so kleinen freien Fläche Wahlplakate aufgehängt. Manche sprachen schon von visueller Verschmutzung. Auf den Straßen gab es regelmäßig Wahlveranstaltungen auf denen extrem laute Musik gespielt wurde, meist kostenlos Essen und Alkohol verschenkt wurde und sich die Parteien feiern ließen. Das ganze kam mir etwas merkwürdig vor und erinnerte mich mehr an eine Karnevalveranstaltung als eine politische Veranstaltung. Auch die Wahlen an sich spielten sich seltsam ab. So wurde von verschwundenen Wahlzetteln, gekauften Ausweisen und fehlenden Wahlassistenen gesprochen. Am Ende gewann der bestehende Präsident Danilo Medina und konnte somit seine Amtszeit um eine weitere Periode verlängern.

Wahlplakate und noch mehr Wahlplakate

Meine persönliche Aufregung und Spannung im vergangenen Monat war das sehnsüchtige Warten und Erwarten auf meinen Besuch aus Deutschland. Neben den erlebten Augenblicken hat es mir auch nochmal einen ganz besondenderen Perspektivwechsel ermöglicht. Viele Dinge, die mir mittlerweile normal erscheinen, habe ich nochmal ganz anders erlebt. Vielleicht nochmal aus der deutschen Sichtweise, wie z.B. die Unpünklichkeit und das Verkehrschaos, aber auch die Offenheit der Leute hier.

meine Freunde mit mir auf der Arbeit in einem Batey Am

Auf meiner Arbeit bin ich gerade dabei einen Leitfaden zu erstellen, um die frühkindliche Entwicklung zu fördern. So sammle ich verschiedene Aktivitäten zur Stimmulation von Babys und Kleinkindern. Das Ziel ist, dass die Gemeindebetreuerinnen bei den Hausbesuchen der Familien diese Übungen zusammen mit der ganzen Familie umsetzen und somit zu einer gesunden Entwicklung der Kinder beitragen.

Beisoiele für Aktivitäten zur Entwicklungsförderung

Weitere wichtige Aktivitäten des Pastoral Materno Infantils sind gerade Aufklärungsseminare zum Thema Zika, da es gerade fast täglich regnet und sich die Mücken sehr stark verbreiten. Besonders für schwangere Frauen stellt das Zika-Virus ein Risiko dar, da es mit einer krankhaft verringerten Kopfform von Neugeborenen, der sogenannten Mikrozephalie in Zusammenhang gebracht wird. So hat das Pastoral Materno Infantil auch bei der Gestaltung eines Infoplakats mitgewirkt.

Aufklärung über ZIKA

In einem Batey, welches wir regelmäßig besuchen gibt es eine besondere Hürde zu überwinden und zu meistern. Eine junge Mutter mit gerade mal 19 Jahren hat einen sehr stark unterernährten Sohn. Seine zwei Geschwister sind tragischerweise an Hunger gestorben. Jegliche Gespräche mit der Mama und ihrem Lebenspartner sind nicht einfach. Der Lebenspartner hat lange Zeit die Notwendigkeit einer Intervention nicht eingesehen und die Mutter gibt meist nur einsilbige Antworten. Im Moment gehen wir so vor, dass wir spätestens alle zwei Wochen vorbei kommen und Lebensmittel vorbei bringen, da der Familie nur wenige finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Zudem wurden dem Jungen Vitamintabletten und Tabletten gegen Parasitenbefall verabreicht. Auch die gesamte Nachbarschaft wurde dazu aufgefordert sich der jungen Familie anzunehmen und sie zu unterstützen.

Februar, fast schon Halbzeit!

28Feb2016

Der Februar ist ein Monat voller Feste und Feierlichkeiten. Zum einen wird jeden Sonntag Karneval gefeiert und zum andern stellt der 27 Februar als Tag der Unabhängigkeit von Haiti einen wichtigen Nationalfeiertag dar, auf den schon in der Woche davor hingefiebert wird. Außerdem wird hier der Valentinstag nicht nur als Tag der Liebe, sondern auch als besonderer Tag der Freundschaft gefeiert.

Die wohl für ihren Karneval berühmteste Stadt ist La Vega. Hier streifen fiese Teufel und mit Dreck beschmierte Kinder durch die Straßen und bitten die Schaulustigen um Geld oder schlagen sie mit Knüppeln. Am Straßenrand gibt es aufgebaute Podeste, wo man sich in vermeintlicher Sicherheit wiegen kann und allerhand Musikanlagen, die die Straßen mit lauter Musik beschallen. Mein diesjähriges Karnevallied heißt „vamos a ponernos loco“ (lasst uns verrückt werden) von Mark B, was für mich gut die Stimmung wiederspiegelt.

Karneval in La Vega

Auf meiner Arbeit im Pastoral Materno Infantil haben wir das Projekt „seguimiento nutricional“ (Ernährungsüberwachung) vorerst beendet, da der Kostenträger UNICEF keine weiteren Fördermittel zur Verfügung stellt. Momentan wird nach weiteren Sponsoren und nach Wegen gesucht dieses Projekt kostengünstiger fortsetzen zu können. Die bisherigen Statistiken haben ergeben, dass durch das Projekt deutlich weniger Kinder an Anämie leiden. Die Ergebnisse zur Reduktion von Unterernährung und Übergewicht sind leider weniger eindeutig. Es gibt einige Fälle in denen sich der Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder durch die Intervention (im Falle von Unterernährung durch Notfallpakete mit Reis-Soja-Mischungen und durch Präparate auf Erdnussbutterbasis) verbessert haben. Jedoch gibt es auch Fälle, die unverändert blieben. Eine erste Erklärung dafür ist, dass Soja und Erdnussbutter nicht zu den landesüblichen Gerichten gehören und deshalb nicht wie empfohlen täglich konsumiert werden. Daher ist es sehr wichtig Rücksprache mit den Familien zu halten und nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.

Weihnachten und Silvester...ein bisschen verspätet:-P

04Feb2016

In diesem Blogeintrag werde ich über mein Weihnachten und mein Neujahr in der Karibik berichten. Wie ich schon erzählt habe, habe ich Weihnachten bei meinen Mitbewohnern zu Hause in San Juan verbracht. Es war tatsächlich etwas kühler als in der Hauptstadt, aber immer noch nicht wirklich kalt. Wie ich von zu Hause mitbekommen habe, hatten wir an Weihnachten ungefähr die gleichen Temperaturen.

Als ich am 24. Dezember morgens aus dem Zimmer kam und allen überschwänglich Frohe Weihnachten gewünscht habe, wurde ich etwas irritiert angeschaut. Im Gegensatz zur Tradition in Deutschland, ist hier in der Dominikanischen Republik der 25. Dezember der eigentliche Feiertag. Ich habe mich morgens geduscht, zum ersten Mal mit Wassertank und Schöpfkelle, dann haben wir Fern geschaut und später gab es das Weihnachtsessen. Gefüllte, hartgekochte Eier als Vorspeise, Lasagne als Hauptgang Nummer 1 und Schweinebraten mit Chips als Hauptgang Nummer 2. Ziemlich überrascht haben mich die Chips als Beilage. Nach dem Essen gingen wir in die Kirche, die ziemlich leer war. Auch das hat mich überrascht. Aber da der 25. der wichtigere Feiertag ist, gingen die meisten Leute an diesem Tag in die Kirche. Zurück zu Hause haben wir dann nochmal gegen die laute Straßenmusik versucht fernzusehen. Wenn kein Colmado (was bei uns so etwas wie ein Tante-Emma-Laden ist) die Musik spielt, dann werden Autos als mobile Discos eingesetzt. Alles in allem ein ziemlich entspannter Weihnachtstag. Jedoch für mich wenig weihnachtlich. Den 25. haben wir mit Freunden der Familie gefeiert. Jeder hat etwas zu essen mitgebracht, sodass ein ziemlich großes und buntes Buffet entstand.

mit Hunger und Vorfreude am Weihnachtstisch das Weihnachtsessen :-) Bohnenfeld in San Juan (Bohnen werden hier zu fast jedem Essen als Beilage gereicht) ein paar landschaftliche Eindrücke von San Juan Staudamm San Juan am Staudamm in San Juan mit meinen Mitbewohnerinnen und ihrer Schwester

Nach den Weihnachtsfeiertagen bin ich nach Santo Domingo zurückgekehrt, um dann von hier aus mit meiner Freundin am 30. Dezember nach Cabarete zu fahrenJ Cabarete liegt am Atlantik im Norden des Landes und ist als Surfer Paradies bekannt. Den 31. haben wir eigentlich den ganzen Tag am Strand verbracht. Tagsüber mit Handtuch und abends mit einem Bier;-) Als es dann 0:00 Uhr schlug waren alle total….normal. Irgendwie hat es keinen so richtig interessiert. Es wurde mehr oder weniger einfach weitergefeiert wie zuvor. Ein kleines Feuerwerk gab es etwas verspätet dann doch nochJ

Frohe Weihnachten !!

22Dez2015

Bald schon ist Weihnachten, doch bei mir ist noch keinerlei Weihnachtsstimmung aufgekommen. Die kleinen Supermärkte auf den Straßen spielen zwar weihnachtliche Merengue und Bachata Lieder, die Häuser und Straßen sind mit Plastiktannenbäumen und Lichtern geschmückt, doch bei immer noch 30 Grad und Sonnenschein fühlt man sich immer noch wie im Sommer. Auch der extra für Weihnachten dekorierte „Park der Lichter“ konnte mich nicht vom Gegenteil überzeugen. Woran ich jedoch merke, dass Weihnachten naht, ist die gestiegene Kriminalität. Bewaffnete Überfälle und Diebstähle finden nun leider vermehrt statt.

Was ich interessant finde ist, dass es für die Leute hier gerade Winter ist. Dementsprechend findet man in den Einkaufsmalls neben Röcken und T-Shirts auch warme Mäntel, Schals und Handschuhe. Und was noch erstaunlicher ist, dass ich tatsächlich schon welche gesehen habe, die sich meiner Meinung nach viiiiel zu warm kleiden. Über Weihnachten bin ich bei meinen Mitbewohnerinnen zu Hause in San Juan eingeladen. Das liegt so ziemlich im Landesinnern und liegt mit ca 400 Metern über dem Meeresspiegel um einiges höher als Santo Domingo. Ich bin schon total gespannt wie das wohl wird:-)

Letzte Woche hatten wir zum Abschluss des Jahres eine Weihnachtsfeier bei uns auf der Arbeit. Es gab reichlich zu Essen und zu Trinken und wir haben uns gegenseitig beschenkt. Jeder hatte einige Wochen vorher einen heimlichen Freund zugeteilt bekommen und hatte dann die Möglichkeit durch geschicktes Fragen herauszufinden, was sich der andere wohl wünschen könnte. Die meisten Arbeitskolleginnen haben Kleidung und Schuhe verschenkt und geschenkt bekommen. Und zum Glück passt und gefällt es allen. Ich habe Schokolade und für mein Zimmer eine Flagge der Dominikanischen Republik bekommen, was mich sehr sehr gefreut hat! So wie ich es mitbekommen habe, stellen unsere Geschenke auf der Arbeit eher die Ausnahme dar. Im Familien und Freundeskreis ist die Geschenkkultur nicht wirklich ausgeprägt. Die meisten, mit denen ich gesprochen habe, verschenken über Weihnachten keine Geschenke. Auch zum Geburtstag schenkt man eigentlich nur demjenigen was, von dem man zuvor selbst etwas bekommen hat:-P An alle, denen ich schon mal etwas geschenkt habe und die sich jetzt überlegen mir etwas zu schenken: mit einer Spende für meine Organisation, wird sich die Freude verdoppeln. Somit können Familien, die es dringend benötigen, weiterhin unterstützt werden und ich freue mich, dass ihr an mich gedacht habt.

Vielen lieben Dank und allen ein frohes Weihnachtsfest!

Was bisher geschah...

23Nov2015

Inzwischen hat sich bei mir ein bisschen Alltag eingependelt. Und mit ein bisschen meine ich tatsächlich nur ein bisschen, da mein Leben hier noch chaotischer und spontaner ist als es in Deutschland war. Es kam schon einige Male vor, dass ich ein Tag oder wenige Stunden vorher erfahren habe, dass ich das Wochenende über arbeite und gar nicht zu Hause bin. Auch Abmachungen mit Freunden sind nicht fest, sondern im Ort und in der Zeit sehr flexibel:-P So kommt es, dass ich eigentlich wenige Pläne schmiede, sondern mich meistens überraschen lasse, was der Tag so mit sich bring.

Was auf jeden Fall mehr oder weniger fix ist, ist mein Spanischunterricht. Dreimal die Woche besuche ich die Universität „dominico americano“, um dort Spanisch zu lernen. Ziemlich witzig und klischeehaft war meine erste Stunde dort. Eine Österreicherin und ich haben uns 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn im sonst leeren Klassenraum getroffen. Nach und nach kamen die anderen Studenten aus den verschiedensten Ländern hinzu und zu guter Letzt die Lehrerin. Mittlerweile komme ich gleichzeitig mit der Lehrerin. Generell ist der Unterricht sehr unterhaltsam und Missverständnisse sind quasi vorprogrammiert. Unsere Spanischlehrerin spricht nur dominikanisch/ spanisch und das ist auch die einzige Sprache, die uns alle verbindet. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe aus allen Ecken der Welt, wie z.B. Guadeloupe, Persien, Nigeria, Haiti, Usbekistan, Türkei, Österreich und Deutschland. So kam es vor, dass einige Studenten einen falschen Termin für den " Tag der Gastronomie" verstanden haben und zur Freude der anderen reichlich Essen mit in eine normale Unterrichtsstunde brachten.  

 

Plätzchen backen für den richtigen Gastronomischen Tag ;-)...leider mit Weihnachtsstimmung 0Meine Freundin aus Österreich und ich im Hof der Universität der

Ein weiteres meiner Erlebnisse der letzten Zeit war das Dengue Fieber. Alles hat am 19. Oktober mit Rückenschmerzen angefangen. Anfangs dachte ich, das kommt bestimmt von den etwas ruppigen Autofahrten in die entlegenen Dörfer. Denn meistens sind die Straßen dorthin nicht geteert und die riesigen Schlaglöcher machen die Fahrt zu einer einzigen Achterbahnfahrt. Doch als ich dann nachts aufgewacht bin, weil ich gefroren habe, wusste ich, dass etwas nicht stimmt. Es kamen dann noch Symptome wie Glieder-, Gelenk- und Zahnschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Fieber und Kopfschmerzen dazu. Alles in allem wie eine etwas stärkere Grippe. Meine Mitbewohnerinnen haben mich gleich mit etlichen Tabletten versorgt und mich dann ins Krankenhaus gebracht. Normalerweise nehme ich nicht gerne Tabletten und noch weniger gern, wenn ich nicht einmal weiß, wofür diese genau sind. Doch hier im Ausland ist es manchmal ziemlich schwer seine eigenen Gewohnheiten und Bedürfnisse fortzuführen. Vor allem, wenn man krank ist, will man eigentlich nur wieder gesund werden. Dank der liebevollen Unterstützung und Anteilnahme von seiten meiner Mitbewohnerinnen, Freunde und Arbeitskollegen hier und meiner Familie, Freunde und Bekannten aus Deutschland geht es mit jetzt wieder richtig gut:-) Danke nochmal an dieser Stelle, es hat mir viel bedeutet!!!

Meine Arbeit im Pastoral Materno Infantil

15Okt2015

Dieses Mal möchte ich genaueres von meiner Arbeit im Pastoral Materno Infantil berichten: erst letztes Wochenende haben wir zusammen das 10 jährige Jubiläum gefeiert!

meine Arbeitskollegen und ich im Büro von Santo Domingo

D.h. seit zehn Jahren sind meine Kollegen (die hauptsächlich aus ehrenamtlichen Mitarbeitern bestehen) in der Dominikanischen Republik aktiv, um die Familien und ihre Kinder zu unterstützen. Doch wie genau sieht diese Hilfe und Unterstützung aus?

Das Pastoral Materno Infantil wird finanziell getragen von privaten Spendern, aber auch von Sponsoren wie beispielsweise der Unicef oder der Jesuitenmission. Mit ihnen werden bestimmte Ziele ausgearbeitet und dann in Projekten umgesetzt. Momentan arbeite ich im Projekt "seguimiento nutricional" mit, was übersetzt soviel wie Ernährungsüberwachung bedeutet. Dafür fahren wir in die Gemeinden und Dörfer rund um Santo Domingo und treffen die Familien nahezu zu Hause an einem zentralen Ort der jeweiligen Gemeinde, um den Gesundheitszustand der 0-5 Jährigen zu überprüfen. Die Kinder werden an drei verschiedenen Stationen gewogen und gemessen, es wird der Hämoglobinwert des Blutes bestimmt und abschließend findet ein Beratungsgespräch statt.

in der Nähe von Barahona: das Gebäude, indem die Untersuchungen stattfinden Hier messen die ehrenamtlichen Krankenschwestern die Körpergröße eines Kindes

Gewichtsbestimmung (in der Kirche eines Dorfes in der Nähe von San Pedro)  Blutuntersuchung: Hämoglobinwert bestimmen abschließendes Beratungsgesprächvor der Arbeit am Strand in Barahona

Sofern die Größe, das Gewicht oder der Hämoglobinwert nicht altersgemäß den WHO Standards entsprechen, werden Notfallpakete (Vitaminpräparate, Reis-Soja-Mahlzeiten, Eisenpräparate) verteilt. Nach einem Monat werden die Gemeinden wieder besucht und geschaut, wie sich der Gesundheitszustand entwickelt hat.

Meine erste Woche in Santo Domingo

18Sept2015

Heute vor einem Jahr bin ich nach Bosnien-Herzegowina aufgebrochen, um dort drei Monate zu leben. Es erwarteten mich eine eher muslimisch geprägte Kultur, viele Personen, die Deutsch sprechen und auf meiner Arbeit viele Leute, die Deutsch lernen wollten.

Jetzt bin ich in der Dominikanischen Republik gelandet. Doch was haben beide Geschichten gemeinsam? Eigentlich nicht viel, denn unterschiedlicher könnte ich zwei Länder kaum erleben. Seit meiner Ankunft am 11. September habe ich bereits viel gesehen, erlebt, gefühlt, gegessen und gehört. Das erste was ich hier in meiner langen Hose und in meinem langen Oberteil gefühlt habe war natürlich die warme, tropische Luft. Mindestens genauso warm war das „Bienvenida = Herzlich Willkommen“ von meinen Mitbewohnern und Arbeitskollegen. Doch die Wärme lässt nicht nach, so schlafe ich keine Nacht ohne das Summen des Ventilators ein und es vergeht kein Tag, ohne dass ich mich nach kurzen Hosen sehne. Die meisten Leute tragen hier tagsüber lange Hosen, denn wie meine Mitbewohnerin mir sagte, sind kurze Hosen für den Strand oder für „la fiesta“ und deshalb eher informal.

Seit meiner Ankunft regnet es jeden Tag für eine kurze Zeit in Strömen, überflutet die Straßen und Fußwege und lässt dann wieder nach. Es wird dann als Fußgänger noch chaotischer, sich einen Weg zu bahnen, als es ohnehin schon ist. Natürlich sehe ich das von meinem Blickpunkt aus und vielleicht werde ich mich bald schon an das schnelle, lärmende und hupende Verkehrssystem gewohnt haben.

Im Gegensatz zu Bosnien-Herzegowina sind die Leute hier zum Großteil Katholiken. In vielen Bussen und Taxen hängen kleine Bilder oder Inschriften von Jesus. Außerdem habe ich hier noch niemanden kennen gelernt, der Deutsch spricht. Auch Englisch sprechen nur die wenigsten. Auf der einen Seite ist das gut für mich und mein neuer Freund das Spanischbuch, aber auf der anderen Seite kann es manchmal ziemlich anstrengend sein und Missverständnisse sind vorprogrammiert:-P

Was für mich nun beide Geschichten gemeinsam haben ist, dass ich beides mal eine neue Lebensweise kennen lerne und Bosnien sozusagen der Beginn der Dominikanischen Republik war, indem ich dort meine jetzige Organisation Jesuiten weltweit kennen gelernt habe.

Bald geht es los

08Sept2015

Was nehm ich nur mit?

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten. Doch erst mal muss ich meine 7 Sachen packen...hoffentlich nicht (wie fast immer) auf den letzten Drücker!